Hochsensiblen eröffnet sich die Feinheit und Schönheit der Natur

Foto: © JES2023. Schmetterling auf Farn.

HochSensibilität – „Messinstrument mit Feintuning“     

Du fühlst intensiver, siehst, hörst, riechst, schmeckst oft mehr als Andere? Gerüche, Geräusche, Licht, Gefühle …  oft stark und tief? Dann gehörst Du zu jenen, deren Gehirn absolute Höchstleistung vollbringt, elektrisch aktiver ist, mehr arbeitet und die sich deshalb mehr Auszeit(en) und Ruheraum gönnen sollten! Spüre nach, wie fein Dein „Spürsinn“ und Deine „Antennen“ als HSP entwickelt sind…  

Bitte beachte: Der Hormonstatus kann leichte Tendenzen zu AD(H)S verstärken. Minimale Gemeinsamkeit mit dem Autismus-Spektrum kann sich durch kindheitsbedingte Prägung auch bei HochSensibilität zeigen. 

Von Intro-/’zart‘ über Otro- bis zu Extraversion/’ausdrucksstark’… Intro- und extravertierte HSP unterscheiden sich. Nicht wenige HSP bestätigen die Otroversion (nach Kaminski, zzt. nicht wissenschaftlich erhärtet). Ist der nötige Selbstwert vorhanden, werden Gruppen ganz bewusst beiseitegelassen, stattdessen deren ‚Atmosphäre‘ präzise gespürt. Dies hat Otroversion mit introvertierten HSP durchaus gemein. Extravertierte HSP hingegen zeigen viel Kommunikationsfreude, Impulsivität, erscheinen wissbegierig, mit ideenreicher Fantasie… Input und Abwechslung sind erwünscht, Langeweile nicht. Auch sie zeichnen sich durch den typischen ‚Tiefgang‘ aus. Meist sind ihre Energiereserven strapazierfähig und der Schlaf ist gut.

Zwei Listen reichen natürlich nicht aus, lassen Dich aber doch erahnen, wie viel HochSensibilität und HochSensitivität in Dir steckt.

Teil 1:  Emotionen, Wahrnehmung, Geist
Teil 2:  Körperwahrnehmung (Interozeption) und Energiewahrnehmung                                                                                     


Teil 1: Emotionen, Wahrnehmung, Geist

  • Du hast feine Antennen! Liest oft zwischen den Zeilen – manchmal auch Gedanken?
  • Hast Du ein feines Gespür für Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Harmonie oder Manipulation?
  • Deine Bewusstheit ist recht hoch entwickelt: Und Fremdsteuerung ist Dir ein Graus?
  • Verfügst Du über hohe Vorstellungskraft und differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit?
  • Kennt man Dich als aufmerksam, empathisch, häufig aber auch rasch gelangweilt?
  • Bist Schnelldenker/in, doch manche Antworten benötigen Zeit? Tiefenverarbeitung!
  • Gesellschaft, Menschenmassen strengen oft an. Sport, Spiel, Tagträumen entspannt?
  • Liebst Du Natur und Tierwelt? Bist kreativ, oft mit Sinn für Musik, Kunst oder Ästhetik?
  • Dein Denken ist mehrschichtig und unglaublich gut vernetzt? Konzentration? Nicht einfach!
  • Wirst du häufig falsch eingeschätzt, fühlst Dich missverstanden? Häufig auch beim Arzt?
  • Bist Du gewissenhaft, präzise, detailliert (vielleicht sogar perfektionistisch…??!)
  • Spürst Du Oberflächlichkeiten schnell auf? Magst das Alleinsein gerne?
  • Dein Sinn für Ordnung ist ausgeprägt? Hast Deine eigene Struktur – zuweilen recht eigen?
  • Hast du einen sehr feinen Sinn für Humor, der oft erst auf den 2. Blick sichtbar wird?
  • Multitasking magst Du nicht? Eins nach dem anderen, statt Überforderung!
  • Dein (Arbeits-)Alltag ist ziemlich anstrengend, die Energie dafür rasch aufgebraucht? Pause!
  • Rückzugsraum, Ruhe, Runterkommen, Auszeit, Zeit zum Sortieren und Verarbeiten,
    Zeit für Dich, Durchatmen, Träumen und Meditation könnten wichtig für Dich sein.  
Hochsensible Menschen verfügen über feine Sinne

Foto: © Uij2023. Tierbilder.

Hochsensibler Schmetterling

Foto: © Uij2022. Tierbilder.

Teil 2: Körper-, Atmosphären- und Energie-Wahrnehmung

Viele HSP verfügen über eine ausgeprägte Innenwahrnehmung: Interozeption/Viszerozeption.
Körperliche Veränderungen werden häufig sogar im Schlaf wahrgenommen. Kennst Du das?

  • Reagiert Dein Körper-System oft schnell? (Lebensmittel, Medikamente, Chemie…)
  • Kleidung, Nähte, Etiketten: zwicken, kratzen, kneifen, jucken: Weichheit bevorzugt!?
  • Hunger/Durst, Temperaturänderung spürst Du sofort intensiv, erfordern Handlung?
  • D.h. Kälte/Hitze stören Körperfunktion und Kognition – erfordern sofort Handlung?
  • Spürst Du Kohlensäure, Schärfe und Geschmacksintensitäten überdeutlich?
  • Nimmst Gerüche/Geschmacksreize verstärkt wahr? …hast Talent zum ‘Supertaster‘?
  • Alkohol, Kaffee o.ä. sind nicht Deins, trinkst Du daher nur in Maßen?
  • Licht und Reflektionen findest Du häufig hell, zu grell, flackernd oder störend?
  • Muskel-Aktivität und auch Schmerzen spürst Du stärker als durchschnittlich-Sensible?
  • Auch Nähe und Berührung empfindest Du schnell als intensiv oder Druck-‚Energie‘?
  • Ist Schlaf für dich ein Thema? (bist du als HSP extravertiert, schläfst du meist gut…)
  • Vorgänge und Veränderungen in Körper und Organen detektierst Du superschnell?
  • So spürst Du Wetter, lunare und andere große Rhythmen des Jahres lange im Voraus?
  • Elektrische/elektromagnetische Felder etc. sind für Dich körperlich wahrnehmbar?
  • Töne, Klang, Intonation, Vibration, Atmosphäre, sogar Blicke nimmt Dein Körper klar wahr? Du brauchst zuweilen eine starke „Schutzhülle“, vermeidest den direkten Augenkontakt bestmöglich? Das tut Not – und tut gut! (auch wenn es ein Umgewöhnen bedeutet). Folge Deiner Intuition!

 Körperspürsinn …natürlich 

Chronobiologische Muster und interstellare Konstellationen sind bisher bei vielen Auffälligkeiten leider kaum von Interesse. Dabei unterliegen viele biologische Prozesse lunaren Rhythmen. Unsere Ahnen hatten in ihrer noch wenig von Leistung geprägten Welt, eine besser trainierte Aufmerksamkeit für sich selbst, Umgebung und Welt. Sie wussten, dass innere Uhr und innere Systeme vieler Menschen mit bestimmten Phasen, Zyklen und Rhythmen korrelieren. So reagieren manch Feinfühlige unruhig, ohne dies benennen zu können, längere Zeit vor Equinox/Solstitium sowie auf Wetterwechsel oder eine Woche vor dem Wechsel der Monde. Die eigene Innenwelt bleibt häufig unbewusst und steht an letzter Stelle. In der Hektik des Alltags bemerken es viele eher bei anderen, bei den Kindern – oder auch bei Haustieren – als an sich selbst.

Feiner, realistischer Körperspürsinn als Wegweiser zu gesundheitsförderlichem Lebensstil

In unserer Gesellschaft wird eine Entfremdung vom eigenen Körper beklagt. Die genaue Beobachtung anderer Kulturen und früherer Lebensweisen und auch anthropologische und kulturwissenschaftliche Erkenntnisse, bestätigen dies als ein modernes Phänomen:

  • Gutes Körpergespür (Interozeption s.o.) in indigenen Kulturen oder auch vorindustriellen Gesellschaften war bzw. ist überlebenswichtig. Wer feine Signale seines Körpers oder subtile Veränderungen der Natur nicht wahrnehmen konnte, war evolutionär sowie überlebenstechnisch gesehen im Nachteil.
  • Die „Kopflastigkeit“ moderner Gesellschaften stellt Verstand, Effizienz und „Funktionieren“ über das Spüren. Unsere Sinne werden z.B. digital überreizt, überstimuliert und die Signale unseres Körpers gleichzeitig „betäubt“ (Kaffee gegen Müdigkeit, Tabletten bei Verspannungen, Aktivitäten gegen ‚Langeweile‘). So erleben wir, dass uns die Interozeption, unser Gespür für den eigenen Körper, im Prozess der Sozialisation abtrainiert wird und verloren geht. Dabei kann ein ausgeprägtes Körpergespür auch als guter Schutz gegen Stress allgemein, Unwohlsein, Burnout und sogar körperliche Krankheiten fungieren – und einen Weg zur besseren Lebensqualität zeigen.
    Interessanterweise wird dies auch wissenschaftlich durch die Psychoneuroimmunologie eindrucksvoll belegt.